JULIA WAHL

Meine Liebe zur Architekturfotografie ist in einem ganz besonderen Moment entstanden. Ich weiß es noch, als wär es gestern gewesen.

Zunächst sollte man aber wissen, dass ich immer schon ein außergewöhnliches Interesse an der Fotografie als Medium hatte. Nur eben nicht um Gebäude abzulichten.

Wie wahrscheinlich jeder, habe ich damit angefangen alles und jeden rund um mich zu fotografieren. Heute bin ich froh über dieses Zeitdokument. Irgendwann reichte mir das aber nicht mehr. Die Prager Fotoschule hat mir dann einen neuen Weg gezeigt – eine sehr intensive Auseinandersetzung mit dem eigenen Stil und der künstlerischen Fotografie. Langsam zeichnete sich ab, wie sehr mein Herz für perfekte Symmetrien, Kanten, Flächen, Geradliniges und Frontalansichten schlug. Zugegeben, endlich etwas das meine Genauigkeit und den Perfektionismus erlaubte. Ein langsames Antasten an eine neue Herangehensweise – meine ganz eigene Art zu fotografieren.

Der Moment, in dem ich dann endgültig erkannt habe, dass ich genau dort bin wo ich sein sollte, entstand aus einem wirklich glücklichen Zufall heraus. Ein Freund bat mich eine Immobilie für ihn zu fotografieren – wohl in dem Wissen, dass ich in diesem speziellen Bereich noch nicht besonders erfahren war.

Ich begann mich also dort im Eingangsbereich umzusehen – bewegte mich durch den Raum – filterte alle Details und Besonderheiten für mich heraus – und warf einen Blick durch meine Kamera. In diesem Moment wurde mir alles klar! Es war, als ging endlich der Knopf auf! Ich sah diesen Raum so deutlich und strukturiert wie noch nie etwas zuvor und merkte, wie eine lang verborgene Leidenschaft endlich aufloderte. So glücklich und erfüllt von diesem Moment, dieser Erkenntnis, habe ich beschlossen, nie wieder etwas anderes zu fotografieren.

Und hier bin ich nun. Angekommen und voller Leidenschaft.

Ich habe nichts anderes mehr fotografiert.

Meine ganze Energie habe ich der Architekturfotografie gewidmet. Sie erfüllt und begeistert mich. Ich liebe die Auseinandersetzung mit neuer, mutiger Architektur und finde Inspiration im Austausch. Ich lerne viel in Gesprächen mit Architekten, Raumausstattern, Bauherren, Designern – denn es verändert den Blick und das Verständnis für das eigentliche Objekt. Am meisten liebe ich Gespräche, in denen Menschen von ihrer Leidenschaft erzählen und leuchtende Augen bekommen, wenn sie beispielsweise von Auskragungen, Einfräsungen oder Umgestaltungen sprechen.

DIESE LEIDENSCHAFT IST MEIN FOKUS!